maya

 

„Maya“ ist ein Sanskrit Wort und bedeutet „Täuschung“ oder „Illusion“ oder "Irrtum"

 

Maya ist ein zentraler  Begriff sowohl im Buddhismus als auch im Vedanta und will uns sagen, dass, die Welt, so wie wir sie durch unsere 5 Sinnesorgane wahrnehmen, nicht so ist, wie wir glauben, dass sie ist.

 

Was heißt das?

 

Wir schauen durch unsere Augen nach außen. Wir wissen, dass es nicht die Augen sind, die „sehen“, sondern dass die Augen Lichtimpulse aufnehmen, die sie über die Reizweiterleitung des Sehnervs an das Gehirn schicken, und dass im Gehirn ein Bild erzeugt. Der Vorgang des Sehens ist nicht „neutral“ sondern hängt von der Art und Weise an, wie das jeweilige Gehirn „programmiert“ ist. Deshalb müssen wir uns im Klaren darüber sein,  dass wir durch das Sehen nie 100-prozentig die Realität wahrnehmen. 

 

Das Gehirn interpretiert nämlich die Informationen , die das Auge liefert,  abhängig von seinen früheren im Gehirn gespeicherten Erfahrungen und den damit automatisch ablaufenden Assoziationen und präsentiert uns eine möglichst sinnvolle Realität, die sich aus relevanten Seheindrücken zusammensetzt.  Deshalb lässt sich das Auge auch von optischen Täuschungen in die Irre führen. 

 

Wir müssen jetzt basierend auf diesen wissenschaftlichen Fakten noch einen Schritt weitergehen. Wenn das menschliche Gehirn seine Kapazität erweitert, zum Beispiel durch regelmäßige tägliche Meditation, durch eine plötzliche Erfahrung, die wir Erleuchtung, Erwachen oder im Yoga Samadhi nennen, dann sehen wir die „Realität“. Dies ist ein tiefer Vorgang im Gehirn und im gesamten Nervensystem. Dann sehen wir aus der Tiefe unseres Gehirns, dass dieser Körper nicht an der Grenze der Haut endet, sondern dass der Mensch in Wirklichkeit grenzenlos ist, durch die Sinnestäuschung aber begrenzt erscheint. Und da jeder Mensch und die ganze Schöpfung ihrer wahren Natur nach grenzenlos ist, gibt es nur DAS EINE, das wir nicht mit Worten benennen können, das existiert und sich in all den unzähligen Schöpfungen, Erscheinungen, Formen ausdrückt und erfährt.  Wir nennen dies momentan noch eine mystische Offenbarung, doch der Moment in der menschlichen Evolution wird kommen, da wird dies eine ganz normale Wahrheit für alle Menschen sein.

 

Wenn diese Erfahrung stattfindet, dann sagen wir im Yoga, dass wir die Maya durchschaut haben. Wir unterliegen dann nicht mehr länger dem falschen Glauben, dem seit Millionen Jahren dauernden menschlichen Irrtum einer von Gott getrennten Person. Wir erkennen die Wirklichkeit: ICH BIN DAS.

 

Das ist der Aufstieg des Menschen, der Schritt hin zum wahren Menschen, der seine Identität kennt und fortan seine Göttlichkeit verwirklicht.