Karma I

 

Karma ist ein Wort des Sanskrit कर्म karman und bedeutet „Wirken, Tat, Handlung“.

 

Die Karma-Lehre ist ein integraler Bestandteil des Vedanta und des Buddhismus. Karma in seiner Tiefe zu verstehen, bedeutet die Mechanismen des Lebens und das Rätsel des Universums zu verstehen.

 

Karma ist ein absolut neutrales, universelles Gesetz, das die gesamte Schöpfung und die menschliche Erfahrung regiert. Jeder Mensch, sogar jedes Tier, ist dem Karma Gesetz unterworfen – ob er darum weiß oder nicht, ob er daran glaubt oder nicht.

 

Die Existenz ist zeitlos, des Leben eines Menschen nicht. Das menschliche Leben findet innerhalb der Zeitlosigkeit für einen vorübergehenden Moment statt. Deshalb ist die Existenz unberührt von Glauben oder Nichtglauben des Menschen. Ihr Gesetz wirkt, so lange wie es eine Schöpfung gibt.

 

Karma bezeichnet ein neutrales Konzept, nach dem jede Handlung – durch Gedanken, Emotionen, Worte und Taten - unweigerlich eine Folge hat. So ist Karma weder gut noch schlecht. Karma ist einfach ein Wirkmechanismus, dem die gesamte Schöpfung und unser menschliches Leben unterworfen ist.

 

Karma bedeutet ganz einfach, "das, was du säst, das wirst du ernten".

Alles hat einen Grund. Nichts geschieht rein zufällig, das erklärte bereits Aristoteles. Für jede Wirkung gibt es einen oder mehrere Ursachen.

 

Wir haben das, was uns widerfährt, selbst erschaffen

Jeder Mensch wird anhand seines Karma zu einer ganz bestimmten Zeit, an einem ganz bestimmten Ort bei ganz bestimmten Menschen mit ganz bestimmten Eigenschaften geboren. Karma erschafft alle Aspekte unseres Körpers, unserer Persönlichkeit, unserer Beziehungen, alle Ebenen unserer menschlichen Erfahrungen. Karma wirkt wie ein absolut präziser Mechanismus, der diese Existenz wie ein exaktes Uhrwerk regiert, in dem alle Menschen, Tiere, Wesen und Ereignisse zu einer ganz bestimmten Zeit zu einer Erfahrung miteinander verbunden und auch wieder getrennt werden.

 

Karma ist eine Ansammlung unermesslicher „Informationen“. Vergleichbar mit einem Datenspeicher einer Software und seinen speziellen Programmen. Die spezifischen Informationen gefüllt mit allen Erinnerungen aus allen Erfahrungen aus allen jemals durchlaufenen Leben sind gefüllt mit allen Vorlieben, mit allen Abneigungen und prägen unseren Körper, unsere Konstitution, unsere Stärken, unsere Schwächen, unsere Potentiale, unsere Sehnsüchte und Träume.

 

Aufgrund dieser „Software“ beginnt das Spiel unseres Lebens ab dem Moment der „Beseelung“ in dem neuen Körper im Mutterleib. Das neue Lebensspiel beginnt aufgrund der Informationen in unserem ganz individuellen, einmaligen Karma.

 

Das, was wir dann in unserer Kindheit, in unserer Pubertät, im Erwachsenenalter mit alle den Menschen, mit all den Ereignissen, mit all dem Erfreulichen, mit all dem Herausfordernden erleben, resultiert aus unserer Software, also aus unserem Karma, aus unseren Samen, die wir zu irgend einer Zeit gesät haben, auch wenn wir keinen bewussten Zugang dazu und keine Erinnerung an die Ursachen haben.

 

Jede Ursache hat eine Auswirkung gleich ob wir sie sehen können oder nicht, ob sie uns gefällt oder nicht.

 

Jeder ist selbst verantwortlich für das, was ihm jetzt und zukünftig geschieht, denn er sät, was wer erntet.

 

Jeder ist für ALLES, was in seinem Leben stattfindet selbst verantwortlich.

Wir wachsen anhand unserer Erfahrungen.

 

Ereignisse sind weder Belohnung noch Bestrafung, noch Schicksal, sondern ganz einfach eine Folge der Ursachen, die wir selbst gesetzt haben.

 

Der Mensch ist immer absolut frei und hat einen freien Willen.

Auch wenn der Mensch geboren wird aufgrund seines Karma, auch wenn sein mitgebrachtes Karma seine Erfahrung prägt, so ist er dennoch jederzeit frei, denn er besitzt einen freien Willen. Aufgrund dieses freien Willens kann der Mensch Einfluss nehmen – im Positiven wie im Negativen. Der Mensch kann durch seine Bewusstheit entscheiden, was er wirklich will. Er kann sich Fähigkeiten durch Lernen aneignen, er kann durch Therapie, Meditation und die Begleitung eines Lehrers negative Charaktereigenschaften in positive transformieren, er kann lernen Ängste zu überwinden und seine ganz natürliche Kraft für die Erreichung seiner Ziele und die Erfüllung seines Lebens entfalten.

 

Gesundheit, Glück, Erfüllung sind keine Wunder sondern das Ergebnis der Samen, die der Mensch gesät hat.

 

Gedanken sind Ursachen und Umstände sind Wirkungen

Ein Gedanke ist eine starke Kraft, denn Gedanken sind feine Materie. Und Gedanken sind frei von Zeit, schneller als Lichtgeschwindigkeit. Die meisten Menschen denken unbewusst den ganzen Tag lang bestimmte Gedanken, wiederholen sie wieder und wieder. Diese Gedanken sind die Samen, und diese Gedanken haben eine Wirkung und erzeugen die entsprechenden Umstände.

 

Dort, wo es eine Wirkung gibt, muss vorher eine entsprechende Ursache gesetzt worden sein.

Wir mögen bestimmte Situationen in unserem Leben erfahren, die uns nicht wirklich gefallen – ein Partner betrügt uns, ein Partner verlässt uns, unsere Eltern oder unser Kind haben keinen Respekt für uns, wir verlieren viel Geld, usw. … - doch auch hierfür muss es zu irgend einer Zeit eine Ursache gegeben haben. Wenn heute Regen fällt, dann müssen sich vorher Wolken gebildet haben, und dann muss vorher Dampf aufgestiegen sein … Alles hat eine Ursache, alles hat eine entsprechende Auswirkung.

 

Yoga und auch die Unterweisungen des Buddha haben dieses gemeinsame Ziel:

Dass der Mensch glücklich ist, dass er seine Wesensnatur erkennt, dass er sein wahres Selbst verwirklicht, dass er frei von seinem Karma wird, dass er sein Leben verwirklicht.

 

Bewusstheit entwickeln

Dies erfordert von uns Bewusstheit von Moment zu Moment und dass wir uns immer und immer wieder prüfen, was wir wirklich wollen in diesem unserem Leben, das zur Verwirklichung des Höchsten in uns führt und das gleichzeitig zum Wohl aller fühlenden Wesen ist.

 

Indem wir Ziele für uns definieren und sie verfolgen, erschaffen wir dadurch bewusste, klare Gedanken, die zu innerer Freude führen. Aus diesen bewussten, klaren, Ziel orientierten Gedanken folgen klare, bewusste Handlungen. Und aus diesen klaren Handlungen heraus entstehen die Früchte dessen, was wir erfahren in der Welt.

 

Das ist Karma in Aktion.