Karma 2

 

 Im Yoga unterscheiden wir drei Arten von Karma:

 

Sanchita Karma

 

Prarabdha Karma

 

Agami Karma

 

Dieses drei Karmas lassen uns ihrer Bedeutung und ihre unterschiedlichen Qualitäten des Karma auf unser menschliches Leben sehr gut verstehen.

 

 

Sanchita Karma

Sanchita Karma ist vergangenes und angesammeltes Karma. Es kann verglichen werden mit einem riesigen Lagerhaus übervoll mit Samen und Getreide. Diese Samen stellen das Karma dar, das wir über unzählige Inkarnationen angesammelt haben und das darauf wartet, ausgezahlt zu werden. Es ist in diesem Leben (noch) nicht aktiv. "Der Pfeil wurde noch nicht abgeschossen".

 

Prarabdha Karma

Prarabdha Karma ist das gegenwärtige Karma, das Karma, das in diesem Leben wirksam ist. Der Samen hat das Lagerhaus verlassen und ist in der jetzigen Inkarnation reif, um erfahren zu werden. Das, was an Karma aufgegangen ist, so wie ein Samen aufgegangen ist, kann nicht mehr gestoppt werden und muss erfahren werden. "Der Pfeil wurde bereits abgeschossen". 

 

Agami Karma

Agami Karma ist das zukünftige Karma. Unsere Gedanken, Emotionen und Handlungen erzeugen neues, zukünftiges Karma, das zum Sanchita Karma hinzukommt, und so das zukünftige Karma darstellt. Die Lehren des Yoga leiten uns an, Achtsamkeit zu entwickeln, ein bewusstes Leben zu führen - Bewusstheit im Denken, Bewusstheit in der Sprache, Bewusstheit im Handeln - um kein neues "unerwünschtes" Karma zu erzeugen, so dass unsere Last für die Zukunft, für spätere Inkarnationen, nicht schwerer sondern leichter und freudvoller wird.

 

Im Yoga sagen wir, dass die Erkenntnis unserer wahren Wesensnatur - und aus dieser Wahrnehmung heraus fortan zu leben - einen direkten, positiven Einfluss auf alle drei Karmas hat. Warum ist das so? Weil wir nicht länger unwissend sind, weil wir nicht mehr länger in einem Mechanismus des unbewussten "Funktionierens" gefangen sind.

 

Um der Kostbarkeit unseres Lebens Rechnung zu tragen müssen wir wissen, was wir wollen. Wie wir das Höchste in uns entfalten können. Wir müssen wissen, welche Früchte wir ernten wollen, und durch unser Denken, Fühlen, Handeln die richtigen Samen säen. "Wir wollen keine neuen Pfeile erzeugen".